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Du bist WIE du isst – Tipps für eine achtsame Ernährung

Liest du auch an vielen Stellen Ernährungstipps à la „So isst du gesünder“, „So nimmst du erfolgreich ab“, „So beugst du Krankheiten vor“? So viele gut gemeinte Ratschläge und etwas ganz Wesentliches wird oft außer Acht gelassen: Wann hast du das letzte Mal etwas über „achtsames Essen“ gelesen? Fällt es dir auch oft schwer, bewusst zu essen und zu trinken? Essen kommt eher einer Nahrungsaufnahme gleich und wird mal eben nebenbei erledigt? Vor allem während der Arbeitswoche? Dann sind hier einige Gründe, weshalb dir satt zu sein noch lange nicht genügen sollte.

Kein falscher Druck

Natürlich ist es prima ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Ernährungsweise gesund für dich ist. Zu viele Regeln führen allerdings auch dazu, dass du dir einen gewissen Druck aufbaust „Ich sollte…“ „Ich müsste…“ Oder, du fängst an, deine Gewohnheiten mit denen zu vergleichen, die empfohlen werden:

  • Sind drei oder fünf Mahlzeiten am Tag ideal?
  • Fleisch oder Fisch?
  • Oder doch lieber ganz vegetarisch?

Solche Programme können ganz schön stressen, oder? Denn, es könnte sein, dass du darüber ganz übersiehst, dass es nicht nur darum geht, WAS du isst, sondern auch WIE du isst. Ich frage mich, ob der gesündeste Sprossen-Salat seine Wirkung voll entfaltet, wenn Du ihn so nebenbei und ohne Genuss isst. Denn, nicht nur deine Augen essen mit, sondern auch der ganze Rest von dir.

Gönn’ dir eine Pause

Im Alltag unserer schnellen und durchgeplanten Zeit wirkt es herausfordernd und bedarf der Übung, selber bewusst einen Fokus zu setzen. Essen als kleine Achtsamkeitspause einzurichten ist relativ leicht, denn jeder nimmt mehrfach am Tag Nahrung zu sich. Und essen ist eine ideale Gelegenheit dafür.

Essen als Insel

Vielleicht hast du manchmal nicht die Zeit für eine Mittagspause außerhalb des Büros. Oder deine Kinder verlangen am Abendbrottisch einen großen Teil deiner Aufmerksamkeit. Dennoch könntest Du versuchen, die Situation des Essens mit Aufmerksamkeit zu verbinden, wenn Du Lust auf die kleine Übung hast. Damit lenkst du nicht nur das Bewusstsein auf die Nahrungsaufnahme, sondern nimmst auch deine Sinne und dich selbst ganz bewusst wahr:

  • Was kann ich schmecken?
  • Wie ist die Konsistenz?
  • Wie oft kaue ich einen Bissen, bevor ich ihn hinunterschlucke?

Das sind nur einige Beispiele, auf die du deine Aufmerksamkeit richten kannst. Es geht hierbei in erster Linie darum, dir des Vorgangs des Essens bewusst zu werden und dich dabei wahrzunehmen.

Selbstbestimmtes Handeln zurückerlangen

Es ist erstaunlich, wieviel Zeit wir oft dem Einkauf der Nahrungsmittel, dem Kochen oder der Bestellung im Restaurant widmen. Und, wenn wir zur Gabel greifen, wo ist unsere Aufmerksamkeit dann? Wir unterhalten uns nebenher mit Kollegen oder Freunden, lesen Emails, haben den Fernseher laufen oder kümmern uns um die Kinder.

Achtsamkeit beim Essen ist ein Angebot, deinen Körper, deine Gefühle, letztendlich dich besser wahrzunehmen. Es ist eine tolle Möglichkeit, dir eine bewusste Auszeit an einem stressigen Tag und von der Alltagsroutine zu nehmen.

Es hat erst einmal nichts mit der Kontrolle von Kalorien oder dem Fettgehalt zu tun. Vielmehr geht es um das WIE des Essens und darum, dich selbst beim Essen zu beobachten und wahrzunehmen:

  • Wann esse ich?
  • Warum esse ich?
  • Wie und wo merke ich Hunger?
  • Wie und wo merke ich, dass ich satt bin?
  • Wo bin ich mit meinen Gedanken und Gefühlen, wenn ich esse?

So einfach funktioniert’s

„Und, wie soll ich das im Alltag umsetzen?“, fragst du dich jetzt vielleicht. Eine kleine Veränderung des Bewusstseins kann bereits große Wirkung erzielen. Zum Beispiel über diese kleinen Inspirationen

  1. Entschleunige beim Essen, kaue mehrmals, bis das Essen leicht(er) zu schlucken ist.
  2. Lege dein Besteck nach ein paar Bissen ab und schaffe so eine bewusste Pause
  3. Frag’ dich nach der ersten Hälfte deiner Mahlzeit: Bin ich noch hungrig
  4. Wenn Du satt bist, hör auf zu essen
  5. Gewinne das Schneckenrennen: Sei mal der Langsamste am Tisch

 

Vielleicht hast Du ja Lust bekommen, im Bereich des Essens, Aufmerksamkeit für dich selbst wiederzuentdecken. Diese kleine Achtsamkeitsübung ist jederzeit einfach zu praktizieren. Ich wünsche dir ganz viel Spaß und Genussmomente dabei.

Deine Imke

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