Mein Job und Ich

Mein Job. Berufliche Herausforderungen. Ich.

Du hast dir berufliche Ziele gesetzt, aber irgendwie mag es mit der Umsetzung nicht recht klappen? Auf der Arbeit hast du hin und wieder das Gefühl, dass die anderen um Längen besser in dem sind, was sie tun, als du es bist? Manchmal wünschst du dir mehr Durchsetzungsvermögen, um für deine eigenen Bedürfnisse im Arbeitsalltag endlich einzustehen? Jeder wird diese Momente kennen, in denen er sich, in seinem Job, fehl am Platz fühlt.

Es mag ein schlechter Tag oder eine schlechte Phase sein. Wichtig ist nur, dass du darüber den Kopf nicht in den Sand steckst. Es ist klasse, dass du registrierst, wie es dir gerade geht. Und im Weiteren sehr hilfreich, herauszufinden, welches die Schrauben sind, an denen du drehen kannst, um die Situation für dich zu verändern. Allein der Aspekt, ein besseres Gefühl für dich und deine Bedürfnisse zu entwickeln, fühlt sich doch bestimmt sehr bestärkend an, oder? Vielleicht können dir die folgenden fünf Anregungen eine Inspiration sein, wie du deine (Selbst-)Zweifel über Bord werfen kannst und für dich herausfordernde Situationen im Arbeitsalltag mit einem besseren Gefühl meistern kannst.

Welche Ansprüche habe ich im Job an mich?

Ein wichtiger Punkt, der unsere Selbstwahrnehmung im beruflichen Umfeld stark beeinflussen kann, ist die Erwartungshaltung, mit der wir uns selbst gegenübertreten. Haben wir einen Aufgabenberg vor uns, der sich wie ein Himalaya-Gebirge anfühlt, scheint es am Fuße des Berges so, als ob wir unser Vorhaben auf keinen Fall schaffen können.

Vergleichst du dich beispielsweise nur mit den Besten der Besten, ist es relativ wahrscheinlich, dass du dir selbst als weniger „gut“ in deinem Tun erscheinst. Ist deine ToDo-Liste für die kommende Woche so lang, dass du schon weißt, dass es unmöglich ist, alle diese Punkte abzuarbeiten? Dann könnte es ein Lösungsvorschlag sein, einen Gang runterzuschrauben und dich von dem Druck und von einer Erwartung zu befreien, die du gar nicht erfüllen kannst.

Versuche mal, ob es sich nicht besser anfühlt, deine ToDo-Liste auf die Punkte zu reduzieren, die du in dem gesetzten Zeitraum auch tatsächlich schaffen kannst.

Und, was passiert, wenn du nicht nur auf die Überflieger schaust, sondern dich auf dich selbst konzentrierst und anerkennst, was du auf deinem Gebiet, für deine Abteilung, für dein Team leistest? Probiere es für dich mal aus. Vielleicht kannst du selbst das Gefühl „versagt“ zu haben, etwas „nicht leisten“ zu können wegwischen, oder zumindest kritisch betrachten?

Was passiert, wenn du deine Erwartungshaltung überdenkst: Was ist WIRKLICH machbar? Der stärkende Nebeneffekt ist auch, dass du für dich immer öfter in die Erfahrung kommst, dass du das, was du dir (realistisch) vornimmst auch tatsächlich erledigst. Das bedeutet, du machst mit dir selbst die Erfahrung, dass du dein Wort hälst.

 

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Von Äpfeln und Birnen

Nachdem ich nun gerade den Vergleich mit „den Überfliegern“ angeführt habe, kam mir noch etwas anderes in den Sinn: Es muss ja gar nicht nur der Vergleich mit diesen Überfliegern sein. Schon der ständige Vergleich mit anderen im Allgemeinen kann zu Unzufriedenheit bei einem selbst führen. Dazu, dass wir uns als weniger „wert“ oder weniger „leistungsfähig“ erscheinen (ich mag beide diese Worte nicht gern benutzen, aber, ich denke, sie bringen auf den Punkt, worauf wir uns im Arbeitskontext leider oft selbst reduzieren).

Hast du dich auch schon einmal dabei ertappt, wie du einen Kollegen oder eine Kollegin voller Bewunderung bei einer Präsentation oder Ausarbeitung angeschaut hast und gedacht hast: „Das hätte ich auch gern so gut umgesetzt bekommen“ oder vielleicht sogar: „das hätte ich selbst NIE so gut hinbekommen.“ Doch: Stopp! Denn, vielleicht vergleichst du hier gerade Äpfel mit Birnen (wobei keines von beiden schlechter oder besser ist).

Wo liegen DEINE Qualitäten? Deine Kollegin ist wahnsinnig gut in der Auswertung von Statistiken und dein Chef kann total super frei präsentieren? Schau auf deine Qualitäten und Talente: Besitzt du ein gutes Textgespür? Bist du top organisiert oder schaffst es deine Kollegen ganz besonders zu motivieren, wenn sie einen Durchhänger haben?

Vielleicht kannst du dich frei davon machen, diese unterschiedliche Qualitäten, diese unterschiedlichen Menschen, miteinander vergleichen zu wollen? Wie fühlt es sich an, deine Arbeit ganz losgelöst von der Leistung anderer zu betrachten? Und ganz nebenbei: funktioniert das Team nicht gerade so gut, weil jeder seine ganz individuellen Beitrag zum Gesamterfolg leistet?

Kleine Meilensteine auf dem Weg zum Ziel

Bist du jemand, der seine Ziele von Beginn an sehr hoch steckt? Manche Menschen werden von „großen“ Zielen stark inspiriert. Sie halten unterwegs besser durch, weil sie für das, wo sie hinwollen stark „brennen“. Oder, fängst du lieber klein an und arbeitest dich von dort aus fort? Prima! Jeder so, wie es ihn ideal unterstützt!

Wie funktioniert deine Strategie für dich? Wie fühlt sich dein Arbeitsalltag damit an? Wichtig ist nicht, welche Strategie du für dich gewählt hast, sondern, dass du dich gut damit fühlst. Ich persönlich bin ein Fan vom Registrieren und Feiern kleiner Meilensteine. Wie die Etappensiege bei der Tour de France zum Beispiel. Das Schöne an ihnen ist, dass ich auf ein großes Ziel zusteuere und unterwegs bereits viele kleine Erfolge feiern kann. Das motiviert mich!

Kleine Ziele lassen sich schneller erreichen und damit auch ein Erfolgserlebnis erfahren. Mit einem großen Ziel vor Augen kann es passieren, dass wir uns verschätzen. Das Ziel erscheint unerreichbar. Wir sind unmotiviert. Verkrampfen. Geben vielleicht sogar auf, bevor das Ziel erreicht ist, obwohl wir auf dem richtigen Weg waren. Meilensteine erlauben mir, mich in einem, für mich angemessenen Tempo auf mein Ziel zuzubewegen und mich auf dem Weg außerdem für die kleinen Teil-Erfolge zu feiern – schon bevor das eigentliche Ziel erreicht ist.  Wenn das kein Anlass ist, bis zum finalen Meilenstein durchzuhalten ☺

Wenn deine Ziel-Strategie bisher funktioniert, ist das wunderbar. Wenn du gerade auf der Suche nach einer neuen Strategie sein solltest, magst du diese Idee ja vielleicht einmal ausprobieren.

Hilfe – eine Präsentation steht an!

Gehörst du zu denjenigen, die ohne Probleme, ohne schweißnasse Hände, ohne Lampenfieber, völlig unaufgeregt vor ein Publikum treten und eine Rede schwingen können? Dann kannst du diesen Abschnitt gern überspringen. Wenn du aber zu denen gehörst, die aufgeregt sind oder sich unwohl fühlen, wenn ein Präsentation oder ein großes Meeting ansteht, dann kann dir die folgende Idee vielleicht etwas Gelassenheit bringen, kurz bevor es los geht.

Wir neigen dazu, sehr flach zu atmen, wenn wir nervös sind und nutzen den Sauerstoff, der uns zur Verfügung steht gar nicht aus, um unser Gehirn ausreichend mit ihm zu versorgen. Wir sind nervös und atmen flach. Wir atmen flach und werden noch nervöser. Du wirst wuschig und das Kopfkino geht los: „Hab ich etwas Wichtiges vergessen?“ „Wirke ich kompetent genug?“ „Ich fühle mich unwohl.“ „Ich möchte gar nicht hier vorn stehen.“ Wie kannst du es schaffen, das Kopfkino zu unterbinden, bevor deine Gedanken davongaloppieren?

Eine einfache Übung – die übrigens auch sehr gut vor schwierigen Gesprächen helfen kann  – um dich zu erden, ist eine tiefe Bauchatmung. Tiefes Ein- und Ausatmen über die Nase in den unteren Bauch. Ein fester Stand, hüftbreit, mit geradem Rücken. Das kann dir helfen, dich zu erden und deine Gedanken bei dir zu behalten. Dich zu ordnen. Auch während des Sprechens kannst du versuchen eine tiefe Bauchatmung beizubehalten. Das Tolle ist, dass sich durch diese Atmung dein Sprechtempo verlangsamt und deine Stimme kräftiger wird. Du wirkst nicht nur selbstsicherer, du wirst es tatsächlich. Ist ein Spiegel in der Nähe? Magst du es versuchen?

Es reicht! Grenzen stecken

Ein weiterer Aspekt, der mir zur eigenen Wertschätzung im Arbeitsleben einfällt, ist das „Grenzenstecken“. Du bist eigentlich schon dicht bis obenhin? Aber, dann kommt noch ein Meeting oben drauf. Noch ein Projekt. Und zwei Telefonate, die du für deinen Kollegen doch bitte auch noch schnell mitführen kannst – „sind doch nur zwei Minuten.“

Sicherlich gibt es Situationen, da ist es sehr schwierig ein Projekt abzulehnen oder zumindest einmal Bescheid zu sagen, dass das Arbeitspensum so nicht umsetzbar ist. Aber, es wird auch viele Situationen geben, in denen du erstaunt feststellen wirst, dass sich etwas ändern kann, wenn du eine klare Grenze ziehst und aussprichst: „Halt! So geht es nicht mehr.“

Jeder freut sich darüber, wenn ihm jemand etwas Arbeit abnehmen kann. Und niemand wird sich bei dir beschweren, wenn du derjenige bist, der diese Arbeit übernimmt. Und, das ist auch in Ordnung. Solange du dich gut damit fühlst. Zeit für deine wichtigen Projekte hast. Deine Arbeitszeit noch ein Privatleben zulässt. Du zufrieden bist. Wenn du aber das Gefühl hast, du wirst übergangen und dir werden Aufgaben zugeteilt, die nicht zu deinem Aufgabengebiet gehören oder die nicht umsetzbar sind – trau dich, dieses Problem anzusprechen.

Das kann Frust vorbeugen. Außerdem bist du es dir schuldig, für dich selbst einzustehen und dir Gehör zu verschaffen. Das kann nicht nur bei deinem Arbeitspensum entlasten. Auch für das eigene Selbstwertgefühl ist es sehr gesund, die Hand zu heben und zu sagen: „Mit mir nicht“

Fazit

Es gibt viele Herausforderungen denen du im Berufsalltag gegenüberstehen kannst. Dazu gehört vor allem auch, einen angemessenen Umgang mit dir selbst zu pflegen.

Diese fünf Ankerpunkte können dich dabei unterstützen:

  • Erwartungen an dich selbst hinterfragen und ggf. dir angemessen neu definieren
  • Deine ganz persönlichen Stärken herausarbeiten
  • Große Ziele in Teil-Ziele zerlegen und anerkennen, was Du alles schaffst
  • Ruhig und tief atmen = Ruhe und Fokus bewahren
  • Deine Grenzen stecken

 

Dich interessiert das Thema Umgang mit dir selbst im Arbeits-Kontext? Wie siehst du dich selbst im Berufsalltag? Wie fühlst du dich mit deiner Arbeitssituation? Fühlst du dich von Kollegen über- oder unterschätzt? Wie gehst du damit um? Fragen wie diese werden wir in unserem nächsten Webinar am 3. Februar behandeln. Ich freue mich, wenn du dabei bist.

Alles Liebe,
deine Imke

 

 

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