Achtsamkeit_Elternbeziehung

Wie du eine angespannte Familienfeier entspannter erleben kannst

Wenn du zu denen gehörst, die gern Zeit mit ihren Eltern verbringen. Die sich auf Familienveranstaltungen freuen. Die gemeinsamen Aktivitäten mit der Verwandtschaft entgegenfiebern. Dann ist der Artikel vielleicht nicht passend für dich. Aber, wenn du dir manchmal auch ein entspannteres Zusammenkommen der Familie wünschst und Konfliktsituationen mit deinen Eltern in Genussmomente verwandeln möchtest, dann kann der folgende Blog-Artikel dir dabei eine gute Unterstützung sein.

Familienfeste gibt es viele. Weihnachten ist gerade vorüber, da steht bald schon wieder Ostern vor der Tür. Fast zumindest. Etwas Zeit ist bis dahin noch. Aber, vielleicht finden in deiner Familie ja bereits vorher einige andere Feierlichkeiten statt, an denen ihr alle zusammenkommt?

Wie schön! Oder, eher nicht? Bist du jemand, der sich von ganzem Herzen auf diese Familienzusammenkünfte freut? Möchtest du dich stattdessen lieber einbuddeln? Oder, ist es irgendwas dazwischen?

Konfliktpotential bei Familienfeiern

Jeder geht anders mit Familienveranstaltungen um. Unterschiedliche Generationen. Verschiedene Charaktere und noch unterschiedlichere Lebensentwürfe. Große Erwartungen von allen Seiten – dir inklusive.

Da ist es kaum verwunderlich, dass eine Familienfeier nicht unbedingt so harmonisch verläuft, wie du es dir vielleicht gewünscht hast. Aber, woran liegt es eigentlich, dass vor allem bei Familienfeierlichkeiten der Haussegen oft schiefhängt? Und, was kannst du tun, um dich zu entspannen und die Situation zu genießen oder zumindest annehmen zu können, wie sie ist?

Wenn man plötzlich wieder Kind ist

Ein gut gemeinter Ratschlag von den Eltern oder ein Kommentar von deiner Seite und ein handfester Streit bricht los. War dein Bruder früher schon der witzige Typ, der alle zum Lachen gebracht hat, während du eher schüchtern und zurückhaltend warst? Ein „Mach doch auch mal den Mund auf“ von den eigenen Eltern kann einen ganz schnell wieder in die Schuhe des oder der verletzten „Lütten“ schieben, die oder der man einmal war.

Auf Familienfeiern kann es leicht passieren, dass wir uns in alten Rollenmustern wiederfinden. Ich glaube, dass sich vor allem bei diesen Treffen zeigt, wie erwachsen wir geworden sind. Fühlen wir uns in unsere Kindheit zurückversetzt und nehmen uns einen Kommentar besonders zu Herzen? Oder, lassen wir ihn an uns scheinbar abprallen? Wie geht es dir damit? Ganz egal, wie du reagierst – es ist wertvoll in einer Situation dich selbst zu beobachten und zu erkennen, wie und worauf du reagierst.

 

Originate - Banner-2

Am Beispiel Ostern: WIE feierst du Familienfeste?

Schon wenn du dich nur mit deinem Partner auf einen gemeinsamen Ablauf des Tages einigen musst, kann das eine riesige Herausforderung sein. Du bringst deine eigenen Vorstellungen, Traditionen und Ideen mit. Genau wie dein Partner. „Ostereiersuche ist doch Quatsch“ trifft dann vielleicht auf „Ein Ostern ohne Ostereiersuche ist kein Ostern“. Es muss ein Kompromiss gefunden werden. Wenn jetzt noch deine Eltern ihre Ideen vortragen, ist Anspannung fast vorprogrammiert.

„Wie, es gibt dieses Jahr keine Ostereiersuche für die Kinder? Was hat deine Frau/ dein Mann sich dabei gedacht?“ Hier zeigt sich schnell, wie du zu deinen Eltern stehst. Unterstützt du die Aussage deiner Eltern („Sie sagen auch, das ist unmöglich.“) oder reagierst du diplomatisch: „Das ist schon in Ordnung. Wir haben uns gemeinsam auf Kompromiss XY geeinigt“. Dadurch könnten sich deine Eltern wiederum in eine Ecke gedrängt fühlen.

Natürlich kann es ganz unterschiedliche Beweggründe geben, weshalb du dich für oder gegen bestimmte Ostertraditionen aussprichst. Es ist total in Ordnung, den Wünschen aller Beteiligten entsprechen zu wollen und zu versuchen, es möglichst allen recht zu machen. Aber, dich selbst in dieser Situation zu beobachten, kann dir helfen, Konflikten vorzubeugen. Kannst du erkennen, was DU brauchst und worauf es DIR bei diesem Fest ankommt?

Vielleicht unterstützen dich deine Erkenntnisse dabei, entspannter oder auch bestimmter auf eine Situation oder dein Gegenüber reagieren zu können.

Forderungen vs. Wünsche

Ganz entscheidend ist, bei allen Erwartungen und Forderungen, die von außen an dich herangetragen werden, was DU dir von dem Osterfest (oder auch jeder anderen bevorstehenden Familienfeier) wünschst, zu dem du deine Eltern einlädst.

Ist es dir vielleicht tatsächlich gar nicht so wichtig, was du erwartest? Ist es für dich in Ordnung, die Forderungen deiner Eltern zu erfüllen, auch wenn sie deinen Wünschen nicht zu 100 Prozent entsprechen?

Stellst du für dich fest, dass es sich in Ordnung anfühlt, kannst du dich in einer Konfliktsituation wieder darauf besinnen. „Ich habe bewusst gesagt, es ist in Ordnung, wie es ist. Ich kann es akzeptieren, wie es ist.“

Wünsche modifizieren

Vielleicht kannst du deine eigenen Wünsche auch modifizieren: „Ich wünsche mir ein Osterfest, das alle gleichermaßen genießen können. Und dabei möchte ich von meinen Ideen nicht abrücken.“ Daraus könntest du formulieren: „Ich wünsche mir ein friedvolles Osterfest, das wir in unserem Haus gemeinsam genießen können. Dazu bin ich auch bereit, von meiner eigenen Vorstellung etwas abzuweichen.“

Vielleicht magst du einmal ausprobieren, deine Wünsche an ein bevorstehendes Fest auszuformulieren. Es kann dir helfen, dich auf die Feier einzulassen, mit allen ihren kleinen Ecken und Kanten.

Nimm dem Konflikt den Wind aus den Segeln

Nicht immer ist ein stillschweigender Kompromiss eine gute Lösung. Beispielsweise, wenn du deine eigenen Wünsche nur hintenanstellst, weil du befürchtest, dass es sonst zu Enttäuschung, Missstimmung und einem Konflikt kommt. Du möchtest die an dich gestellten Forderungen und Erwartungen auf gar keinen Fall enttäuschen.

Dann nimmst du das Zusammentreffen mit deinen Eltern sicherlich als große Last wahr.

Befrei dich von diesem Druck. Es kann ein guter Weg sein, deine Gedanken auf Papier zu bringen und mit deinen Eltern in Ruhe – VOR der Familienfeier – über diese zu reden.

Ein kleiner Fragebogen

Die folgenden sieben Fragen können dir eine Stütze sein, wenn die nächste Familienfeier bevorsteht. Vielleicht kannst du über deine Antworten einen persönlichen Lösungsweg entwickeln oder deinen Eltern auf der nächsten Familienfeier mit etwas mehr Gelassenheit begegnen. Was auch immer du brauchst, um ein entspannteres Zusammensein mit deinen Eltern erleben zu können:

  1. Wie würde die bevorstehende Feier aussehen, wenn es nur nach dir ginge? (du kannst deine Wünsche ganz konkret formulieren: Feier, Essen, Gäste etc.)
  2. Welche Vorstellungen und Wünsche haben deine Eltern?
  3. Welche Konsequenzen befürchtest du, wenn die Feier so stattfindet, wie sie für dich aussehen sollte?
  4. Welche Konsequenzen erwartest du für dich, wenn du es nicht tust?
  5. Welche Kompromisse sind akzeptabel?
  6. Welche Kompromisse sind undenkbar?
  7. Wo musst du deine Befürchtungen deshalb ansprechen und eine klare Position ziehen?

Die Thematik dieses Blog-Beitrags trifft für dich den Nagel genau auf den Kopf? Du möchtest noch mehr zum Umgang mit einer angespannten Eltern-Situation erfahren und herausfinden, wie du an deiner inneren Haltung dazu arbeiten kannst? Du hast schon Vieles ausprobiert, um den Umgang mit deinen Eltern entspannter zu gestalten und es klappt trotzdem nicht?

Dann lade ich dich ganz herzlich ein, unser Webinar diesen Freitag (am 20.01.) zu besuchen. Dort sprechen wir noch eingehender zu diesem Thema und zu dem, was du tatsächlich für mehr Entspannung in eurer Beziehung tun kannst.

 

Ich freu mich auf dich.

Alles Liebe,

deine Imke

 

 

 

Leave a reply