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Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wo gearbeitet wird, gibt es Streit

8 Anregungen für den Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz

 Einem Konflikt gehen in der Regel unterschiedliche Interessen und Wünsche der beteiligten Parteien voraus. Konfliktpotential herrscht vor allem dort, wo diese unterschiedlichen Interessen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen. Das kann innerhalb der Familie, im Freundeskreis, aber vor allem auch im Job sein.

Vor allem Letzterer birgt ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotential. Hier stoßen nicht nur unterschiedliche Interessen und Charaktere aufeinander, sondern auch völlig verschiedene Arbeitsstile und Verantwortlichkeiten. Die forsche Projektmanagerin. Der launische Chef. Der zurückhaltende, aber sehr kreative Grafikdesigner. Und, der wirklich nette Kollege aus deinem Team, der aber viel lieber alles selbst macht, als dich mit einzubeziehen.

Wo kommt der Konflikt her und was macht er mit dir?

In diesem Beitrag möchte ich einige Beispiele potentieller Konfliktsituationen aufzeigen und möchte dich dazu einladen, während des Lesens einmal in dich hineinzuhorchen. Vielleicht erkennst du dich in einigen dieser Situationen wieder? Gibt es vielleicht sogar neue Erkenntnisse für dich, wie ein bestimmter Konflikt entstanden ist? Und, kannst du eine Idee gewinnen, wie dieser zu lösen ist?

 

Im Folgenden möchte ich dir 8 Angebote machen, wie du mit Konfliktsituationen am Arbeitsplatz umgehen könntest:

 

1. Konflikt als Chance für Reflektion

Ein Angebot, das ich dir machen möchte, ist ein Perspektivenwechsel. Vielleicht magst du deine Betrachtungsweise auf den bestehenden Konflikt überprüfen und kannst in ihm so sogar positive Aspekte finden?
Die meisten von uns neigen dazu, in einer streit- oder konfliktgeladenen Situation den Fokus auf das zu legen, was den Konflikt ausgelöst hat und auf das Negative, das diese Situation mit sich bringt. Vielleicht sind es Anschuldigungen, Missverständnisse, Unmut, Verletztheit, Wut, die dir einfallen, wenn du an diesen Konflikt denkst.
Ein Konflikt kann aber auch etwas Positives bereithalten: Er gibt uns eine gute Möglichkeit, etwas über uns selbst zu erfahren und in Zukunft anders in solchen Situationen reagieren zu können. Vielleicht kannst du erkennen, wie der Konflikt entstehen konnte und kannst diesen in Zukunft umgehen? Außerdem kann es hilfreich sein, dich selbst in dieser Situation zu beobachten und deine Gefühle wahrzunehmen.
Bist du wütend und reagierst (ungewollt) impulsiv? Hättest du gern deine Meinung vertreten, aber hast dich nicht getraut? Wie geht es dir damit? Was hätte anders laufen können? Wie hättest du dir gewünscht zu reagieren, um mit einem positiveren Gefühl aus dieser Situation herauszugehen? Wie wünschst du dir, in Zukunft zu handeln? Um deine Gedanken dazu besser reflektieren zu können, kann es helfen, diese auf Papier zu bringen.

2.Die innere Haltung neu ausrichten

Schuldzuweisungen führen selten zur Lösung eines Konflikts. Im Zweifelsfall verhärten sich die Fronten eher noch. Ein Ansatz, der meiner Erfahrung nach gut funktioniert, ist, bei sich selbst zu schauen: Welchen Anteil habe ich zum Konflikt beigetragen? Kann ich das Handeln meines Kollegen/ meines Angestellten/ meines Vorgesetzten nachvollziehen? Hätte auch ich mich anders verhalten können?
In Konfliktsituationen neigen wir dazu, an unserer Meinung, an unserem Plan, an unserer Idee festzuhalten und sind dann gleichzeitig weniger offen für das, was unser Gegenüber uns sagen möchte. Vielleicht gelingt es dir, auch die Perspektive des anderen einzunehmen? Entwickelst du Verständnis für die Meinung des anderen? Ist seine Idee vielleicht tatsächlich gar nicht so schlecht? Ermöglicht dies dir, den Streit zu begraben und kannst dem anderen vielleicht sogar sagen: „es tut mir leid“?

 

3. Raum und Ruhe schaffen

Für ein klärendes Gespräch reicht es meiner Erfahrung nach nicht aus, sich zwischen Tür und Angel zu treffen. Wenn du den Entschluss gefasst hast, ein solches Gespräch zu führen, empfiehlt es sich

  • einen ruhigen Ort auszuwählen (sitzt du in einem Großraumbüro?)
  • ausreichend Zeit einzuplanen (steht hinterher schon ein Meeting an?)

So kannst du verhindern, dass das Gespräch im Keim erstickt, bevor eine Lösung gefunden wird. Zudem kann es leicht passieren, dass dein Gesprächspartner sich im Gespräch nicht ernst genommen oder sogar übergangen fühlt, wenn keine Zeit bleibt, überlegt zu antworten oder das halbe Büro mithören kann.
Zudem bedeutet ein Konflikt in der Regel auch immer eine emotionale Achterbahnfahrt. Es kann deshalb sehr sinnvoll sein, ein klärendes Gespräch erst dann anzusetzen, wenn alle Beteiligten aus der Achterbahn ausgestiegen sind und etwas zur Ruhe kommen konnten.

 

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4. Sachlich bleiben im direkten Kontakt

Wie bei allen Konflikten und Streitsituationen, bringen nicht zuletzt Emotionen die Stimmung zum Kochen. Deshalb kann es wichtig und gut sein, deinen Emotionen in einem geschützten Rahmen Ausdruck zu verleihen. Wie wäre es mit einem Spaziergang um den Block (vielleicht auch ein Sprint?). Oder, kannst du dir vorstellen, einmal so richtig laut im Auto (oder im Keller) loszubrüllen? Fühle mal, ob du dich damit etwas entspannst. Was brauchst du jetzt?
Gehe in dich, finde eine Strategie für dich, wie du deine Emotionen händeln kannst, um dann im Gespräch sachlich zu bleiben!
Vielleicht musst du ein paar Strategien ausprobieren, bis du die dir entsprechende gefunden hast. Das Schöne an diesen kontrollierten „Ausbrüchen“ ist, dass sie Anspannungen lösen und verhindern, dass sich all diese Energie in einer unkontrollierten Affekthandlung entlädt.

 

5. Keine „faulen“ Kompromisse

Egal, ob du in einer Führungsposition bist oder in der Position eines Angestellten, nimm dein eigenes Anliegen und deine Bedürfnisse wichtig genug, um sie anderen vorzutragen. Stimmst du einem Kompromiss zu, weißt aber schon, dass dieser langfristig keine gute Lösung darstellt, du damit auf lange Sicht nicht arbeiten kannst, unzufrieden bist und in Kürze wieder einen Krisenstab einberufen wirst, dann überlege dir, ob du diesem wirklich zustimmen möchtest.
Um Frustration und Spannungen vorzubeugen, möchte ich dir ans Herz legen, deine Ideen und Vorschläge vorzutragen. Dabei kann es dir helfen, auf eventuelle Fragen und Gegenargumente vorbereitet zu sein. Auch, wenn die anderen mit deinem Vorschlag nicht auf Anhieb zufrieden sein sollten, kann deine ausführliche Begründung helfen, ihre Zweifel auszuräumen.

 

6. Stärke zeigen ohne abzublocken

Vor allem in führenden scheint es fast zum guten Ton zu gehören, dass man nur wenig Emotionalität gezeigt. In manchen Situationen kann es jedoch Türen zu den Mitarbeitern öffnen, wenn man sich mehr zeigt. Fällt oder fiel eine Entscheidung schwer, sie musste aber dennoch getroffen werden? Zeige, dass es dir nicht egal ist. Du fühlst dich Missverstanden, nicht wertgeschätzt? Sprich es an, auch wenn du in einer Führungsposition bist.

 

7. Ein Mediator als Unterstützung

Wenn die Fronten bereits stark verhärtet sind, kann es einen Konflikt manchmal nur noch schlimmer machen, wenn man versucht, ihn selbst zu klären.
Wenn du in einer leitenden Position bist, hast du vielleicht schon einmal erlebt, dass ein Angestellter aufgrund deiner Position bereits voreingenommen ist: „Sie haben das nur so und so gemacht, weil sie sich das rausnehmen können. Sie wissen gar nicht wie es „da unten bei uns“ überhaupt aussieht. Sie sitzen auf dem hohen Ross.“
Als Angestellter ist es dir vielleicht schon passiert, dass dein Vorgesetzter nur seine und keine andere Meinung hat gelten lassen? Jedes Gespräch wird im Keim erstickt, weil er dein Anliegen nicht wichtig genug findet? „Das Team muss warten. Projekt XY geht vor.“
Ein neutraler Vermittler kann an dieser Stelle helfen. Gibt es eine neutrale Vertretung auf Angestelltenebene bzw. Chef-Etage, mit der man sich zusammensetzen und zu einem gemeinsamen Gespräch unter 6 Augen einladenden kann?

 

8. Regelmäßiger Austausch

Ich finde einen regelmäßigen Austausch zwischen Chef und Angestellten, innerhalb des Teams oder auch abteilungsübergreifend sehr wertvoll. Denn, er ist nicht nur ein Stimmungsbarometer, das bereits vorzeitig erkennen lässt, wo Konfliktpotential herrscht. Er ist außerdem Ausdruck gegenseitiger Anerkennung und gegenseitigen Respekts. Ein regelmäßiger Dialog kann zu einem besseren Verständnis füreinander beitragen und vermittelt allen beteiligten „Du bist wichtig“ und “ich interessiere mich für dich und das, was du für uns leistest“.
Gleichzeitig handelt es sich bei diesem regelmäßigen Austausch um eine Präventionsmaßnahme. Die Möglichkeit, seinem Unmut Luft zu machen, bevor man vor Wut schäumt. Direktes Feedback zu geben und sich miteinander auszutauschen. All dass kann einen Konflikt abwenden, bevor er überhaupt entstehen kann.
Regelmäßige Treffen geben allen Beteiligten außerdem die Chance, gemeinsam Vereinbarungen festzulegen, um diesen Austausch lebendig, gehaltvoll und kurzweilig zu halten.

 

Fazit

Wenn wir angegriffen werden, reagieren wir in der Regel entweder mit Gegenwehr, Flucht oder Verharmlosung. Und, meist führt keine dieser Reaktionen zu einer befriedigenden Lösung. Um einen Konflikt nachhaltig aufzulösen, ist es sehr effektiv, die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt werden. Ideal wäre es, gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Wenn der Graben aber so groß ist, dass man sich einander gar nicht annähern kann (oder möchte), können verschiedene Ansätze helfen eine Brücke zu bauen. Beispielsweise:

  • die eigene innere Haltung neu auszurichten (bin ich wirklich im Recht und der andere im Unrecht? Gibt es tatsächlich nur schwarz und weiß?)
  • dem anderen mit Respekt gegenüberzutreten
  • sachlich zu bleiben
  • Unterstützung eines Dritten heranzuziehen (Mediator)

Das Thema interessiert dich und du möchtest gern noch mehr über den Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz erfahren? Dann freue ich mich, wenn du bei unserem nächsten Webinar am kommenden Freitag vorbeischaust. Vielleicht findest du hier noch die eine oder andere weitere Idee, die du für dich im Arbeitsalltag umsetzen kannst.

 

Alles Liebe,
deine Imke

 

 

 

 

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